Tinnitus: Ursachen und BehandlungTinnitus (genau gesagt „Tinnitus aurium„) ist ein Syndrom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, die andere nicht wahrnehmen. Man unterscheidet zwischen objektivem Tinnitus, bei dem das Geräusch auch tatsächlich messbar und vorhanden ist, und subjektivem Tinnitus. Der subjektive Tinnitus, bei dem das Geräusch lediglich für den Patienten vorhanden zu sein scheint, aber messbar nicht existiert, ist der weitaus verbreitetere Typ von Tinnitus.

Bei dem Geräusch handelt sich meist um ein Pfeifen oder Klingeln. Die Geräusche ersetzen die tatsächlichen Geräusche der Umgebung nicht, sondern ergänzen sie. Tinnitus kann einseitig (ein Ohr betreffend) oder beidseitig vorkommen (beide Ohren geben Geräusche an das Gehirn.

Von einem aktuen Tinnitus spricht man, wenn er seit weniger als drei Monaten auftritt. Hält er länger an, spricht man von chronischem Tinnitus.

Tinnitus wird oft misverständlich als Krankheit bezeichnet, ist aber „lediglich“ ein Syndrom (Komplex von Symptomen) bzw. Einzelsymptom einer anderen, ursächlichen Krankheit.

Die Verbreitung von Tinnitus ist größer als von vielen angenommen: zwischen 10% und 20% der Bevölkerung leiden an einem Tinnitus. Bei älteren Menschen ist es gar ein Drittel der Bevölkerung, die an Tinnitus Symptomen leiden. Tinnitus betrifft Männer und Frauen in gleichem Umfang. Bei der Verbreitung wird Tinnitus teilweise schon als Volkskrankheit bezeichnet.

 

Ursachen für Tinnitus

Tinnitus BehandlungDie Ursachen für Tinnitus sind sehr unterschiedlich und hängen mit verschiedenen Erkrankungen des Innenohres oder der Hörbahn zusammen. Für objektiven Tinnitus werden als Ursachen genannt:

  • Gefäßstörungen und -mißbildungen
  • Tubenfunktionsstörungen
  • Gaumensegelnystagmus

Subjektiver Tinnitus kann die folgenden Ursachen haben:

  • Schalltrauma
  • Entzündungen des Ohres (Mittelohr oder äußeres Ohr)
  • Hörsturz
  • Tauchunfälle
  • Corsten-Syndrom
  • Hydrops cochlae
  • Autoimmunerkrankungen des Innenohres
  • Bogengangsdehiszenz
  • Morbus Meniere

Folgen von Tinnitus

Ein Tinnitus belastet die Psyche der Patienten auf Dauer sehr. Es kann insbesondere zu Schlafstärungen, Depressionen und Angstzuständen kommen und als Folge dessen zur Arbeitsunfähigkeit führen.

 

Behandlung von Tinnitus

Tinnitus UrsachenDie Tinnitus-Behandlung ist äußerst schwierig. Man unterteilt die Methoden in akustisch-mechanische Methoden und medikamentöse Behandlungsmethoden. Auch Qigong, eine chinesische Mediationsform, kann bei chronischem Tinnitus helfen. Bei akustischen Therapien wird das Ohr stimuliert.

Die medikamentösen Behandlungen haben das Ziel, die Durchblutung in den feinen Kapillaren des Hörorgans zu erhöhen. Dazu gibt es verschiedene pharmakologische Substanzen. Diese chemisch-medikamentöse Verfahren sind aber bei chronischem Tinnitus umstritten, da ihr Wirknachweis oft schwierig ist und zudem bei der Dauereinnahme von Nebenwirkungen der Medikamente berichtet wird.

Als Alternative zu durchblutungsfördernden Medikamenten kommen in den letzten Jahren immer mehr Aminosäuren und andere Mikronährstoffe in den Fokus, die durchblutungsfördernd wirken, aber keine Nebenwirkungen aufweisen. Sie werden mit Vitaminen und Antioxidanzien kombiniert, um die Heilprozesse potentiell geschädigter Nervenzellen zu unterstützen.

Ginkgo Biloba und Arginin zur Steigerung der Durchblutung

So kann beispielsweise mit der Einnahme von Ginkgo Biloba, einem Pflanzenextrakt aus Blättern des Ginkgo Baumes, die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen signifikant verbessert werden. Damit gelangt vermehrt Sauerstoff in das Innenohr und zum Bereich der geschädigten Nervenzellen. Ginkgo ist eigentlich bekannt als Mittel zur Steigerung geistiger Leistungsfähigkeit und der Verbesserung des Erinnerungsvermögens. Auch dieser Effekt beruht auf einer verbesserten Durchblutung feinster Gefäße.

Ein weiterer sehr gut verträglicher Mikronährstoff, der die Durchblutung fördert, ist die Aminosäure L-Arginin. Dutzende Studien sind mittlerweile rund um den Globus erstellt worden, die den positiven Effekt auf die Endothelfunktion, also die Durchlässigkeit und Steuerung feinster Gefäße, nachweisen.

 

Vielversprechend: Durchblutung erhöhen, Vitamine zuführen

Empfehlenswert ist die kombinierte Unterstützung der körpereigenen Heilprozesse, indem man zum Einen die Durchblutung verbessert und zum anderen für einen ausreichenden Vitaminspiegel im Blut sorgt, so daß die Regeneration des Innenohres optimal verlaufen kann.

Die wichtigsten weiteren Mikronährstoffe sind vor allem Vitamin E, B-Vitamine und Vitamin C, aber ebenso Zink, Magnesium und Calcium. Auch Antioxidanzien in Form von Isoflavonen sollten zur Regeneration der feinen Härchen und Nervenzellen zur Verfügung gestellt werden.

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