Taurin 2016-12-15T20:31:42+00:00

Taurin Aminosäuren WirkungTaurin ist eine aminosäureähnliche Substanz, die keine strukturellen Proteine bildet. In freier Form ist Taurin vor allem im Nervensystem, in den Blutplättchen und in der Muskulatur des Menschen zu finden. Es kann zu gewissen Teilen in der Leber aus L-Methionin oder L-Cystein gemeinsam mit Vitamin B6 gebildet werden. Da der Mensch Taurin relativ schlecht selbst synthetisieren kann, kommt es bei taurinarmer Ernährung immer wieder zu Mangelerscheinungen.

Funktionen von Taurin

Taurin ist ein wirksames Antioxidans, dass bei der Entgiftung des Körpers hilft, indem es Medikamente und Gifte in der Leber bindet. Es bindet freie Radikale und schützt essentielle Fettsäuren vor der Oxidation und Schädigung. Ebenso werden die Zellwände vor oxidativer Schädigung geschützt.

Taurin spielt eine Rolle beim Wachstum, der Entwicklung des Gehirns und der Augen. Zudem ist es Teil des Hormonstoffwechsels und kann die Freisetzung von Prolaktin und Insulin stimulieren.

 

Anwendungsgebiete von Taurin

Diabetes Mellitus

Diabetes AminosäurenDiabetiker weisen im Vergleich zu Gesunden niedrige Taurinspiegel auf, sowohl in den Thrombozyten als auch im Plasma. Auch weisen Diabetiker oft eine erhöhte Thrombozytenaggregation auf. Durch die Einnahme von Taurin lässt sich die Konzentration von Thrombozyten und deren Menge normalisieren und Aggregationen von Thrombozyten verringern. Zudem ist festgestellt worden, dass eine Gabe von Taurin die Spätfolgen der Diabetes womöglich lindern bzw. verzögern kann1.

Augenerkrankungen

Die höchste Taurinkonzentration im Körper ist in der Zellschicht der Photorezeptoren in der Retina zu finden. Eine Entleerung der Taurinspeicher in der Retina führt in Tierversuchen zu einer Degeneration der Photorezeptoren. Daher empfiehlt man bei altersbedingter Makuladegeneration und senilem Kararakt die Einnahme von Taurin. 2

Fruchtbarkeit des Mannes

Fruchtbarkeit Kinderwunsch Aminosäuren TaurinDie Beweglichkeit und Anzahl der Spermien im Ejakulat ist in den letzten 50 Jahren dramatisch zurückgegangen. Mittlerweile sind über 15% aller Paare ungewollt kinderlos, zu 60% ist die Ursache (auch) beim Mann zu suchen.

Verschiedene Mikronährstoffe können der schwindenden Anzahl und Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat entgegenwirken, so auch Taurin.

In einer Studie wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Fruchtbarkeit bzw. Beweglichkeit der Spermien und der Taurinkonzentration in der Samenflüssigkeit festgestellt. Je höher der Taurinspiegel im Sperma, desto höher war der Anteil beweglicher Spermien. Der vermutete Zusammenhang ist, dass ein ausreichend hoher Taurinspiegel die Spermatozoen vor oxidativer Schädigungen schützen kann. 3

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Quellen und Studien:

  1. Franconi, F. et al.; Plasma and platetelet tarine are reduced in subjects with insulin-dependent diabetes mellitus: Effects of Taurin supplementation; American Journal of Clinical Nutrition; 61 (5), 115-119, 1995
  2. Hayes, K., et al.; Retinal degeneration associated with taurine defficiency in the cat; 188, 949-951, 1975; und Lombardini, John: Retinal Function; Brain Research Reviews, 16, 151-169, 1991
  3. Holmes, RP, et al.; The taurine and hypotaurine content of human semen; J Androl. 1992 May-Jun;13(3):289-92.
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