L-Carnitin 2016-12-14T14:27:40+00:00

L-CarnitinL-Carnitin wird aus den Aminosäuren Lysin und Methionin synthetisiert und erfüllt wesentliche Funktionen im menschlichen Stoffwechsel. Dabei fungiert die natürlich vorkommende Eiweißverbindung als Rezeptormolekül für verschiedene Fettsäuren und trägt damit zu einer effektiven Nährstoffversorgung und Energiegewinnung bei.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Tatsache, dass langkettige Fettsäuren nur mit Hilfe von L-Carnitin in das Innere der energieerzeugenden Mitochondrien transportiert werden können. Daher ist Carnitin insbesondere als Fatburner bekannt.

Da der Körper Carnitin selbst bilden kann, muss nur ein Teil des täglichen Bedarfs über die Nahrung aufgenommen werden, wobei zu beachten ist, dass menschliche Zellen die proteinähnliche Substanz hauptsächlich über Fleisch aufnehmen. Insbesondere in Schaf- und Lammfleisch befinden sich größere Mengen, sodass diese zur Deckung des Bedarfs herangezogen werden können.

Wichtigste Eigenschaften:

  • Ist das Transportmolekül für Fettsäuren
  • kann Fettverbrennung verbessern und beim Abnehmen helfen
  • kann bessere Energiefreisetzung ermöglichen (bei geistigen Leistungsanforderungen empfohlen)
  • verbessert Regeneration nach Sport
  • Es gibt Hinweise darauf, dass L-Carnitin die Erektionsfähigkeit und Spermienbildung verbessern kann (Studienergebnisse zu L-Arginin sind allerdings überzeugender)

L-Carnitin ist vor allem in rotem Fleisch (Rindfleisch, Lamm) enthalten, in geringerer Menge auch in weissem Fleisch (Huhn, Pute).
Zu vernachlässigende Mengen in vegetarischern Ernähung vorhanden. Vegetarier und Veganer weisen daher oft einen sehr niedrigen L-Carnitin Status auf.
Nahrungsergänzung mit L-Carnitin besonders sinnvoll bei Menschen, die geistig und körperlich aktiv sind, bei Diäten und bei fleischarmer Ernährung.

Empfohlene Dosierung:

  • 300 mg – 500 mg bei allgemeiner Erschöpfung
  • 750 mg bis 2.000 mg zur Diät-Kur
  • 1.500 mg – 3.000 mg zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit.

Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von L-Carnitin nicht zu erwarten.
Auch unüblich hohe Dosierungen von 15.000 mg täglich sind sehr gut verträglich.
Allerdings sind in Vergangenheit verunreinigte asiatische Qualitäten beobachtet worden, die zu Gesundheitsproblemen geführt haben. Es sollte daher streng auf die Qualitätsnormen des Herstellers geachtet werden.

Produkte mit L-Carnitin sollten möglichst aus hochreinem Carnipure® hergestellt sein.
Die Kombination mit anderen Vitaminen, Coenzym Q10 und Mineralstoffen ist sinnvoll.
Produkte aus der Apotheke mit Carnipure® sind aus Qualitätsgründen eine gute Wahl.

Im Körper sind in der Regel durchschnittlich 20 bis 25 g L-Carnitin enthalten, welche vor allem in Herz- und Skelettmuskulatur gespeichert werden. Diese zeichnen sich durch einen intensiven Fettsäuremetabolismus aus und sind daher in besonderem Maße auf den Eiweißstoff angewiesen.

Bei einem überflüssigen Vorhandensein kann er zudem im Harnstoffwechsel problemlos über den Urin ausgeschieden werden, weshalb eine mögliche Überdosierung von L-Carnitin zu keinerlei Nebenwirkungen oder Schäden führt. Im Gegensatz dazu gibt es sogar einige Krankheitsbilder wie Morbus Crohn, die eine zusätzliche Versorgung mit dem Vitalstoff über Supplemente notwendig machen.

Lebensmittel mit viel L-Carnitin

Da es sich bei L-Carnitin um ein wasserlösliches Molekül handelt, kann es über die natürliche Harnproduktion ausgeschieden werden. Vor allem Dialysepatienten sind daher häufig unterversorgt und müssen zusätzliche Supplemente einnehmen oder sogar intravenös mit L-Carnitin versorgt werden. Während einer sogenannten „Blutwäsche“ wird neben den harnpflichtigen Substanzen auch der Vitalstoff entfernt und ein Mangel kann entstehen.

Weiterhin wirkt sich die hohe Wasserlöslichkeit von Carnitin negativ auf die Gehalte bestimmter Lebensmittel nach dem Kochen aus, da bei längerem Kontakt mit Wasser Auswaschungseffekte auftreten und die jeweiligen Mengen erheblich reduziert werden.

Kaum L-Carnitin in vegetarischer Nahrung

Hauptsächlich verwertet der menschliche Körper L-Carnitin aus rotem Fleisch, weshalb bei gemischter Kost etwa 100 bis 300 mg pro Tag aufgenommen werden. Da Geflügelfleisch und pflanzliche Lebensmittel bedeutend weniger oder gar kein Carnitin enthalten, beträgt die Versorgung von vegetarisch oder vegan lebenden Menschen mit dem Vitalstoff nur ca. 3 bis 20 % dieses Wertes und ist daher als unzureichend zu bewerten1.

Zusätzlich zur Aufnahme über die Nahrung wird L-Carnitin auch vom Körper synthetisiert, wozu jedoch verschiedene Vitamine und Eisen in ausreichender Menge vorhanden sein müssen. Ist dies nicht der Fall, nimmt die Produktion kontinuierlich ab, bis es schließlich unerlässlich wird, dem Organismus den Vitalstoff über bestimmte Lebensmittel zuzuführen.

Hierzu können nahezu alle Fleischsorten herangezogen werden, wobei auch Pilze nicht unerhebliche Gehalte aufweisen (ca. 15 mg je 100 g). Für Vegetarier eignen sich unter anderem Käse (etwa 0,6 bis 12,7 mg pro 100 g) und Milchprodukte (ungefähr 2 bis 10 mg je 100 g) zur Deckung des täglichen Bedarfs, wobei zu beachten ist, dass nur 54 bis 87 % des in der Nahrung enthaltenen Carnitin für den Körper verfügbar sind und weiterverwertet werden können.

Funktionen von L-Carnitin

L-Carnitin erfüllt als vitaminähnlicher Stoff wesentliche Funktionen im Körper und ist dabei an zahlreichen Vorgängen und Prozessen beteiligt. Zum einen unterstützt es Niere und Leber in ihrer Arbeit, indem es entgiftend wirkt und Schadstoffe abtransportiert und ermöglicht die Verbrennung von langkettigen Fettsäuren zu Energie. Diese wird von den verschiedenen Muskelzellen des Körpers, aber besonders vom Herzen benötigt. An allen möglichen Stellen erfüllt L-Carnitin seine Funktion als sogenannter Biocarrier und leitet Fettsäuren zum Ort der Energieproduktion innerhalb der Mitochondrienmembran.

Da die Reservevorkommen an Carnitin im menschlichen Körper nur etwa 20 bis 25 mg umfassen, macht sich eine Unterversorgung über Lebensmittel sehr schnell bemerkbar und es können zum Teil gefährliche Mangelsymptome auftreten. Diese äußern sich häufig über eine erhöhte Infektionsneigung, Störungen des Fettstoffwechsels oder eine verminderte Fruchtbarkeit. Auch steigt bei einer unzureichenden Versorgung mit L-Carnitin das Risiko für einen Herzinfarkt, da der Herzmuskel stark auf ein ausreichendes Vorhandensein des Vitalstoffs angewiesen ist.

Immunsystem stützen

Ein anderes wichtiges Einsatzfeld von L-Carnitin ist die Unterstützung des Immunsystems. Da Krankheitserreger mit Hilfe von Lymphozyten unschädlich gemacht werden können und die Bildung dieser durch die vitaminähnliche Substanz stimuliert wird, kann das Immunsystem mit Hilfe von L-Carnitin gestärkt und Krankheiten leichter abgewehrt werden. Außerdem kann der Vitalstoff die Aktivität von Fress- und Killerzellen steigern und ist selbst ein wirksames Antioxidans. In diesem Zusammenhang verhindert es die Zerstörung von Zellen und Geweben durch sogenannte freie Radikale und schützt somit vor allem Membranen und Nervenzellen. Aus diesem Grund kann L-Carnitin auch vor degenerativen neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson schützen, da diese mit einem zunehmenden Abbau von Neuronen einhergehen.

Nicht zuletzt führt eine ausreichende Versorgung mit dem vitaminähnlichen Stoff zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit von Körper und Geist, weshalb L-Carnitin auch zur gezielten Leistungssteigerung bei Sportlern eingesetzt werden kann. Es verkürzt die benötigte Regenerationszeit bei größerer körperlicher Anstrengung und hilft gleichzeitig bei der Vernichtung unliebsamer Fettdepots.

L-Carnitin im Einsatz gegen Krankheiten

L-Carnitin bei Diabetes

Da Diabetespatienten in den meisten Fällen mit erhöhtem oxidativen Stress zu kämpfen haben und dieser durch L-Carnitin reduziert werden kann, wurde 2008 eine entsprechende Studie durchgeführt. An über 80 Probanden wurden die Effekte carnitinhaltiger Supplemente untersucht, wobei sich herausstellte, dass diese sowohl die Konzentration an LDL-Cholesterin als auch an Triglyceriden entscheidend senken können und somit oxidativen Stress vermindern 2.

L-Carnitin unterstützt die Fettverbrennung

L-Carnitin ist wesentlich an der Verbrennung von Lipiden und der Energieversorgung von Muskeln beteiligt und kann daher auch zur gezielten Fettreduktion im Rahmen einer diätetischen Maßnahme beitragen. Des Weiteren steigert Carnitin bei einer geeigneten Supplementierung den Aufbau von Muskelmasse und fördert eine positive mentale Verfassung. Außerdem kann es die Müdigkeit älterer Personen reduzieren und zu einer gesteigerten Vitalität und Energie führen 3.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung von L-Carnitin auf Herzerkrankungen, da es etwa 70 % der vom Herzen benötigten Energie erzeugt. Aus diesem Grund unterstützt der vitaminähnliche Stoff die Herztätigkeit bei bestehenden Einschränkungen wie Angina pectoris oder Koronarsklerose und kann somit vor eventuellen Verschlimmerungen oder einem Infarkt schützen. Herzrhythmusstörungen können bei einer geeigneten Supplementierung vermieden und die Ausprägung einer bestehenden Herzinsuffizienz gemildert werden 4.

Fazit

L-Carnitin wird im Körper aus zwei essentiellen Aminosäuren gebildet, muss jedoch zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden, wobei vor allem Vegetarier und Veganer häufig unterversorgt sind. Auch zu viel Stress sowie bestehende Erkrankungen und Resorptionsstörungen können zu einer Mangelsituation beitragen und den Stoffwechsel empfindlich blockieren.

Da Carnitin nicht nur den Fettstoffwechsel steuert, sondern auch für den Schutz von Nervenzellen und Zellmembranen verantwortlich ist, kann es als unerlässlich für die Gesunderhaltung des Körpers angesehen werden und ist zudem ein wesentlicher Bestandteil der orthomolekularen Medizin. Da es bei einer übermäßigen Zufuhr einfach über den Urin ausgeschieden kann, sind auch bei sehr hohen Dosierungen keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten.

Studien unter anderem:

  1. u.a. Axel G. Feller and Daniel Rudman: Role of carnitine in human nutrition. In: The Journal of nutrition, Volume 118, Issue 5, 541 – 547, Januar 1988
  2. z.B. bei Malaguarnera M et al.: L-Carnitine supplementation reduces oxidized LDL cholesterol in patients with diabetes; Am J Clin Nutr. 2008 Dec 3
  3. M. Malagurnera et al.: L-Carnitine treatment reduces severity of physical and mental fatigue and inreases cognitive functions: a randomized an controlled clinical trial; American Journal of Clinical Nutrition; Vol. 86, No. 6, 1738-1744 Dec. 2007
  4. Serati AR, Motamedi MR, Emami S, Varedi P, Movahed MR. L-carnitine treatment in patients with mild diastolic heart failure is associated with improvement in diastolic function and symptoms. Cardiology. 2010;116(3):178-82
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